Der Schulmeister wird geprüft


Ende November 1809 hatte sich dann Jakob Strickler einer hochoffiziellen Eignungsprüfung zu stellen. Zunächst hatte er ein Lied aus dem neuen Gesangsbuch vorzulesen und dieses anschliessend „exegetisch [interpretieren] und hernach grammatikalisch" durchzugehen, was ihm recht gut gelang, wie auch die Kenntnis der Trennungsregeln. „Dann wurde zum Singen geschritten". Dabei zeigte sich allerdings, dass seine Stimme dazu noch ungeeignet war, „weil sie eben im höchsten Grad des Brechens [Stimmbruch] ist". Seine vorgelegten Probeschriften seien „nett und schön und leserlich gewesen". In einem ihm vom Inspektor diktierten Text habe er einige Fehler gemacht, „die zum Theill von der wenigen Uebung, die er bisher in diesem Fach hatte, theils von der Furcht herrührten, die der junge Mensch während dem ganzen Examen äusserte". Ziemlich lange habe er an einer ihm vorgelegten Rechnung - schriftliches Teilen - herumgemacht, obwohl Rechnen eigentlich sein Lieblingsfach sei. Zum Schluss hatte Strickler sein pädagogisches Geschick an „2 Buchstabier [Kinder die buchstabieren lernen]- und 3 Lesekindern [Kinder die lesen lernen]" zu beweisen, „und da zeigte er wirklich grosse Gewandtheit, Deutlichkeit und Fasslichkeit [Unerschütterlich]".

Am Ende ward ihm sowohl von Herrn Schulinspektor als den anwesenden Stillstands [Schulpflege]- und Gemeinsgliedern [Gemeinderatsmitglieder] Zufriedenheit bezeugt mit dem Wunsch, dass er nun zu seinem Zweck gelangen und seinem lieben Vater, zum Adjunkt, vom hohen Erziehungsrat bestimmt werden möge". Diesem Wunsch wurde bald darauf auch entsprochen.


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